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News 2025

Sieg beim Landeswettbewerb Niedersachsen "Jugend forscht" in Clausthal-Zellerfeld

Von Paula Schoe, 03.04.2025


Der Landeswettbewerb Niedersachsen Jugend forscht fand dieses Jahr vom 17. bis 19. März in Clausthal-Zellerfeld in der Aula der Technischen Universität statt. Die TU richtet den Landeswettbewerb bereits seit 45 Jahren aus. Dieses Jahr gab es gleich zwei Jubiläen: den 250. Geburtstag der Universität und die 60. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht.

Am Montag, den 17. März, traf ich mich mit Frau Schröder oben im Projektraum. Ich war bereits ziemlich aufgeregt. Gemeinsam packten wir die Kiste mit allen Materialien ins Auto – die hatten wir schon am Mittwoch zuvor vorbereitet. Mein wichtigster Gegenstand war jedoch die neue Plakatrolle, die die Schule auf meinen Wunsch für die Jugend forscht-AG angeschafft hatte. Das Besondere daran war der Deckel, der mit dem Logo des Marianums verziert war.
Bevor wir losfahren konnten, musste ich noch einige Farbstofflösungen umfüllen, wodurch sich unsere Abfahrt um eine halbe Stunde verzögerte. Aber wir hatten kein Zeitproblem. Um 8:40 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Clausthal-Zellerfeld.
Die Fahrt verlief entspannt, und ich war beeindruckt von der Natur des Harzes – es war das erste Mal, dass ich richtig dort war. Als wir in Clausthal ankamen, fiel uns sofort die leuchtend blaue Kirche auf, die direkt an der Straße am Marktplatz stand. Ich wollte unbedingt wissen, wie sie von innen aussah, also beschlossen wir, sie uns am nächsten Tag nach den Jury-Gesprächen anzusehen. Vor der Aula der Universität war wunderschönes Frühlingswetter. Zwei Jugend forscht-Flaggen begrüßten die ankommenden Jungforscher. Doch anstatt die Sonne zu genießen, machten wir uns daran, meinen Stand aufzubauen. Dank eines übersichtlichen Geländeplans war es leicht, den richtigen Platz zu finden.
Glücklicherweise befand sich mein Stand direkt neben dem Biologie-Projekt, das beim Regionalwettbewerb gewonnen hatte. Ich kannte also bereits einige Leute. Beim Aufbau und beim Mittagessen knüpfte ich noch viele neue Bekanntschaften. Besonders mit den Teilnehmenden aus dem Fachgebiet Biologie sprach ich viel – ich fand, dass Biologie in diesem Jahr das stärkste Fachgebiet war. Es gab dort sehr viele beeindruckende Projekte. Auch im Fachgebiet Chemie gab es starke Beiträge, aber ich hatte nicht genug Zeit, mir alle anzusehen.
Der Teilnehmer neben mir hatte einen elektrischen Rollstuhl-Motor entwickelt. Er war sehr nett, allerdings fuhr er mehrmals versehentlich gegen meinen Stand. Es ging nichts kaputt, aber begeistert war ich trotzdem nicht.
Nach dem Mittagessen besuchten wir eine freiwillige Führung durch das Materialwissenschaftsinstitut der Universität. Das war unglaublich spannend, vor allem wegen der Mitmach-Aktionen. In einem Raum durften wir Gummibärchen in flüssigen Stickstoff (-196°C) tauchen und sie danach mit einem Hammer zerschlagen. Das hat riesigen Spaß gemacht!
Nach der Führung gingen wir zurück zur Aula. Anschließend liefen wir gemeinsam zur Jugendherberge, um unsere Zimmer zu beziehen. Eigentlich war ich für ein Dreierzimmer eingeteilt, doch die anderen beiden Mädchen übernachteten woanders – also hatte ich ein Einzelzimmer. Das war ziemlich cool. Am Abend ging es wieder zurück zur Aula, wo wir gemeinsam zu Abend aßen. Danach versammelten sich alle Teilnehmer im Kuppelsaal, und der Landeswettbewerbsleiter, Herr Dr. Osewold, begrüßte uns offiziell. Anschließend gab es einen Percussion-Workshop. Jeder bekam ein Instrument – Trommeln, Rasseln und andere Perkussionsinstrumente. Der Workshop war lustig, aber ich war schon ziemlich müde.
Nach dem Workshop verabschiedete ich mich von Frau Schröder, da nur die Jungforscher in der Jugendherberge übernachteten.

Am Dienstag war der große Tag der Jury-Gespräche. Ich traf mich vorher noch einmal kurz mit Frau Schröder, um mich vorzubereiten.
Mein erstes Gespräch war um 10:30 Uhr – und es lief leider nicht so gut. Eine Jurorin stellte mir eine Frage, die ich nicht richtig verstand. Das frustrierte mich sehr. Nach dem Gespräch brauchte ich erst einmal frische Luft. Draußen war wieder traumhaftes Wetter, und ich nutzte die Gelegenheit, mit anderen Teilnehmenden zu sprechen. Dabei kamen auch kritische Themen zur Sprache, zum Beispiel der hohe Anspruch an die Projekte.
Um 13:30 Uhr hatte ich mein zweites Jury-Gespräch – und diesmal lief es viel besser. Ich konnte meine Ergebnisse klar präsentieren und war danach richtig glücklich.
Den Nachmittag verbrachte ich an meinem Stand. Um 16 Uhr kam Frau Schröder, und wir wollten die blaue Kirche von innen besichtigen. Leider war sie geschlossen, also machten wir einen Spaziergang durch die Stadt.
Nach dem Abendessen nahmen wir am freiwilligen Rahmenprogramm teil und entschieden uns für eine Führung durch das Bergwerksmuseum. Es war spannend, aber ich war so müde, dass ich nicht mehr alles aufnehmen konnte.
Auf dem Rückweg holten wir uns noch eine der Limos aus der Aula – die standen unter so viel Druck, dass sie beim Öffnen laut knallten. Ich fand das genial!

Am Dienstagabend berichtete ich meinem zweiten Projektbetreuer, Herrn Kreienhop, per Teams ausführlich von den Jury-Gesprächen, da er zeitlich nicht dabei sein konnte. Er ermutigte mich, die Erfahrung als wertvoll zu betrachten und nicht zu kritisch mit mir selbst zu sein.
Am Mittwoch war der Tag der Öffentlichkeit. Morgens gab es eine Einstimmung auf den Bundeswettbewerb, dann kamen ab 10 Uhr Besucher. Ich sprach fast ohne Pause über mein Projekt. Besonders freute ich mich über den Besuch einer Frau von der Stiftung Jugend forscht, des Regionalwettbewerbsleiters Herrn Wigger und eines Vertreters des Landkreises.
Das Präsentieren vor der Öffentlichkeit machte mir mehr Spaß als die Jury-Gespräche.
Um 14 Uhr begann die Siegerehrung. Ich war nicht so aufgeregt wie beim Regionalwettbewerb, da ich mir keine großen Chancen ausrechnete. Als das Fachgebiet Chemie aufgerufen wurde, stellte ich mich mit den anderen Teilnehmern nach vorne.
Doch nach und nach wurden alle anderen Projekte geehrt – nur meins nicht. Schließlich standen nur noch ein Junge und ich vorne. Ich drehte mich zu ihm und meinte: „Jetzt sind wir nur noch zu zweit. Du oder ich?“ Er grinste: „Du.“ Dann wurde er als Zweitplatzierter aufgerufen.
Ich war völlig verwirrt, als mein Name als Landessieger genannt wurde. Der Wettbewerbsleiter nickte mir zu, aber ich brauchte einen Moment, um es zu realisieren.
Ich brauchte nach dem Wettbewerb sehr lange, um den Landessieg zu realisieren - selbst mein Projektbetreuer Herr Kreienhop brauchte eine Bestätigung des Sieges von Frau Schröder (nachdem er meine Nachricht mit dem 1. Platz erhalten hatte).
Nach der Siegerehrung feierten wir noch kurz, dann bauten wir meinen Stand ab und machten Fotos.

Am Donnerstag hatte ich schulfrei – eine willkommene Pause nach den aufregenden Tagen. Am Freitag lief zunächst alles normal, bis mein Physiklehrer uns für ein „Freiflurexperiment“ auf den Gang bat.
Doch anstelle eines Experiments warteten dort Stehtische mit meinen Lieblings-Plopplimos und einem Blumenstrauß. Meine beiden Projektbetreuer und der Schulleiter standen da. Ich war überwältigt. Ich hielt spontan eine kurze Dankesrede, dann sprach der Schulleiter. Meine Klasse hatte mir sogar Süßigkeiten besorgt. Wir stießen mit den Limos an und feierten ein wenig. Anschließend machten meine Projektbetreuer, der Schulleiter und ich noch ein Foto.
Diese Überraschung war fast noch schöner als die Siegerehrung selbst.
Der Landeswettbewerb war eine unglaubliche Erfahrung. Ich bin dankbar, dass ich Jugend forscht in diesem Umfang umsetzen konnte – dank meiner tollen Projektbetreuer.

Jetzt freue ich mich riesig auf den Bundeswettbewerb Ende Mai in Hamburg!
 
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